Jugendstilfassade am Olgaplatz

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Ein schönes, wenigstens in den Fassaden gut erhaltenes Ulmer Jugendstilgebäude zeigt der Monat April. Das Haus steht am Olgaplatz mit Fassaden auch zur Frauen- und Heimstraße; eröffnet wurde der Bau am 3. September 1905 als neue Ulmer Gewerbebank, welche dieses Jahr 150 Jahre alt wird (heute Volksbank Ulm-Biberach).

Das am 5. September 1863 durch siebzig Ulmer Bürger nach den genossenschaftlichen Prinzipien von Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) gegründete Kreditinstitut, Zeichen des gewerblich-industriellen Aufschwunges der damaligen Stadt durch Betriebe wie Magirus, Eberhardt, Mayser oder den Eisenbahnausbau, erwarb 1903 einen Bauplatz an der „verlängerten Frauenstraße“, direkt neben der dort 1901 eröffneten Reichsbank. Veranlasst zum Neubau wurde die Gewerbebank durch florierende Einlagen mit wachsenden Effekten- und Depositengeschäften. Kurz darauf folgte eine Grundstückserweiterung nach Süden zur Heimstraße, was den Ulmern eine technische Sensation bescherte: es wurde nämlich die darauf stehende Jacksche Villa als gesamtes Gebäude 50 Meter und fassadengedreht auf ihren neuen Standort in der Heimstraße verschoben.

Danach konnte endlich der repräsentative Bankneubau in Auftrag gegeben werden. Die hierfür ausgewählte „Architecten-Societät“ war das Stuttgarter Büro von Carl Weigle (1849-1932) und Ludwig Eisenlohr senior (1851-1931). Beide Architekten hatten hervorragende Referenzen vorzuweisen; später durfte das Büro Weigle (mit Partner Oscar Pfennig, 1880-1963) noch das neue Kaufhaus „Müller & Compagnie“ (heute Wöhrl-Plaza) in der Hirschstraße errichten und am Bau der „Neuen Donaubrücke“ (an der Stelle der jetzigen nachkriegszeitlichen Gänstorbrücke)
mitwirken. Weigle war berühmt geworden durch seinen Bau des heutigen Schiller-Nationalmuseums in Marbach am Neckar (1901-1903), Eisenlohr durch seine Entwürfe für den Berliner Reichstag oder das Leipziger Reichsgericht; sie entwarfen für die Ulmer Gewerbebank ein vornehmes Haus mit modernster Technik (Dampfheizung) in Jugendstilformen, die zeitüblich mit barocken und vor allem romanischen Motiven spielen.

Die Fassaden der Gewerbebank, auch wenn sie durch spätere Umbauten einzelne Motive verloren (wie die Figur von Schulze-Delitzsch über dem ehemaligen, jetzt geschlossenen Haupteingang), gehören immer noch zum Besten des Ulmer Jugendstils. Das Erdgeschoss ruht auf hellen, wuchtigen Buckelquadern, an die Stauferzeit erinnernd; am Nebeneingang zum Olgaplatz tummelt sich ein steinerner Salamander samt Fisch als Regenrinnenkopf. Über dem Nebeneingang in der Heimstraße hält eine steinerne Nachtwächterfigur Ausschau nach Unberechtigten, die nachts über
diesen Eingang den Tresorraum der Bank hätten erreichen können. Der abgebildete halbrunde Turm an der Südwesthausecke prunkt mit romanisierenden Würfelkapitellen, darüber erhebt sich ein barocker Wellrandgiebel zur Frauenstraße, auf dem (ähnlich dem Ulmer Kornhaus) Zierkugeln sitzen. Das ganze Haus wird gekrönt von einem kupfernen Dachturm, ebenfalls barock anmutend. Kunststeinelemente gliedern lebhaft die in Rauputz gefassten Fassaden. An diesem Gebäude ist die Symbiose verschiedener Architekturstile und die Kooperation diverser Handwerkstechniken (Steinmetz- und Kupferarbeiten, Schreiner- und Eisenschmiedewerke) ideal verwirklicht.

Text: Uwe Heinloth

April – Die Kanzel – Ulrich von Ensingen

Blick in das Mittelschiff des Ulmer Münsters, mit der Kanzel und Ulrich von Ensinger

Blick in das Mittelschiff des Ulmer Münsters, mit der Kanzel und dem Münsterbaumeister Ulrich von Ensinger

Wer das Münster über den Haupteingang betritt erblickt unwillkürlich diese Perspektive. Vom südlichen Seitenschiff an der Skulptur des Ulrich von Ensingen vorbei in das Mittelschiff auf die, 1510 von Jörg Syrlin der Jüngere, aus weichem Lindenholz geschnitzte Kanzel.

Syrlin hat den turmartigen Aufbau über dem Platz des Predigers selbst zu einer Predigt gestaltet. Innen im Schalldeckel führt eine Wendeltreppe zu einer zweiten, kleineren Kanzel auf der ein unsichtbarer, himmlischer Prediger seinen Platz finden kann. Wo Gottes Wort und Menschenwort sich verbinden, dort kann Trost erfahren werden, Klarheit entstehen und Hoffnung keimen.

Ulrich von Ensinger baute 1392 bis 1417 am Ulmer Münster. Hier führte er das bereits begonnene Langhaus weiter und setzte die Planänderung von der ursprünglich vorgesehenen Hallenkirche zur Basilika durch. Er erschuf mit dem Riss des Westturmes eine der bedeutendsten gotischen Architekturzeichnungen. Der im Ulmer Stadtmuseum erhaltenen aus mehreren Blättern bestehende Riss, ist 70,4 cm breit und 305 cm hoch. Ensinger konnte lediglich die Untergeschosse des Turmes errichten danach baute Matthäus Böblinger baute nach eigenen Rissen weiter. Wie vielerorts blieb das gotische Bauwerk im Mittelalter unvollendet. Erst im 19 Jh.  Wurden die Chortürme und Westturm fertiggestellt.

Textquellen, Links:

Ulmer Münster: http://www.ulmer-muenster.de/das_bauwerk/rundgang/kanzel_und_schalldeckel.html

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Ulmer_Münster

http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Ensinger

Ratiopharm Arena – Motiv April

Ratiopharm Arena
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlug die neue „MuFuHa“ auf bayerischem Grund, dem ehemaligen Neu-Ulmer Volksfestplatz. Sie konnte den Erfordernissen der Bundesligalizenz für die Ulmer Basketballer von „Ratiopharm“, die sich 2009 abzeichneten und von der heimischen Ulmer Kuhberghalle nicht eingelöst werden konnten, ebenso nachkommen, wie auch dem Bedürfnis nach Großkonzerten, die bis zur Halleneröffnung an Ulm/Neu-Ulm zu benachbarten „Konkurrenten“ vorübergehen mussten. Ab 2004 wurden solche Standortnachteile als brennend erkannt; erstmals am 13. April 2007 befürwortete der Ulmer Oberbürgermeister in einer öffentlichen Forumsdiskussion den notwendigen Bau einer Großveranstaltungshalle in einem klaren Bekenntnis, dem der Ulmer Gemeinderat sowie der Neu-Ulmer Stadtrat dann am 11. November 2009 nachzogen mit dem Beschluss der Errichtung einer gemeinsam von beiden Städten genutzten Multifunktionshalle für Konzerte, Messen, Business Events – und natürlich Sport.Die Basketballer wirkten hierbei prägend für den gesuchten Hallennamen, auch wenn die Arena schließlich doch das traditionelle, von vielen Bürgern betrauerte Neu-Ulmer Volksfest beseitigte. Als Bauunternehmer und Hallenbetreiber für die kommenden zwanzig Jahre, über eine Betriebs- GmbH vor Ort vertreten, konnte eine seriöse, namhafte Firmengruppe aus der Oberpfalz mit Erfahrungen im Arenen- und Sportstadionbau gewonnen werden.

Baubeginn war der 19. Mai 2010, die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Juli desselben Jahres. In nur neunzehn Monaten wurde danach die Arena aus 1.400 Fertigteilen, die in durchgeplanter Logistik aus der Oberpfalz geliefert und vor Ort zusammengesetzt worden sind, errichtet. Für zahlreiche regionale Unternehmen und hiesige Weltmarktführer, wie beispielsweise für die Verschalungen, die Baukräne, die Metallelemente der Halle, bedeutete der Bau einen profilierenden Großauftrag. Weltweit erstmalig war in der ratiopharm arena ein neues Beleuchtungssystem mit LED- Flutern konzipiert und eingesetzt worden. So verbirgt sich hinter der abgebildeten, futuristisch wirkenden Haupteingangsfront eine je nach Bestuhlung zwischen 5.500 und 9.000 Sitzplätzen bietende Halle mit 14 Metern lichter Höhe, flexibler Aktionsfläche bis maximal 2.000 Quadratmeter und Teleskop-Tribünen. Zusätzlich erlauben das Foyer, Logen, ein Business-Club, Lounge und weitere Nebenräume Meetings, Familienfeiern und Konferenzen, wofür gut 100 Kilometer Kabel verlegt werden mussten.

Für etwa 28 Millionen Euro hat die Doppelstadt somit seit Dezember 2011 eine, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, leistungsfähige Multifunktionshalle an der Neu-Ulmer Europastraße erhalten, in symptomatisch grenzübergreifender Zusammenarbeit. Und so begrüßt auf dem Bild die beleuchtete Fassade die vielen Besucher weiterer Sportevents und Kulturstars…
(Die Angaben erfolgen nach zahlreichen Pressepublikationen zur ratiopharm arena)

Text: Uwe Heinloth