Ulmer Altstadt und Fischerviertel im Postershop

Neue Motive im Postershop

Wir haben in den letzten zwei Wochen neue Motive in den Postershop hochgeladen. Heute möchten wir einige Motive aus unserer Rubrik Ulmer Altstadt und Fischerviertel vorstellen.

Das stimmungsvolle Poster zeigt den beliebten Spazierweg auf der alten Stadtmauer im beginnenden Frühherbst.

Der beliebte Spazierweg auf der alten Stadtmauer im Frühherbst.

Die malerischen Fachwerkhäuser des Ulmer Fischerviertels

Die malerischen Fachwerkhäuser des Ulmer Fischerviertels

Das stimmungsvolle Poster zeigt das Ulmer Rathaus zur blauen Stunde.

Das stimmungsvolle Poster zeigt das Ulmer Rathaus zur blauen Stunde.

Wir bieten Daten für malerische Poster und Fotoabzüge von der Ulmer Altstadt mit dem Rathaus, dem historischen Fischerviertel mit dem Metzgerturm. Sie können zwischen verschieden Formaten, Fototechniken und Stimmungen zu verschiedenen Jahreszeiten wählen.

Ulmer Rathaus zur blauen Stunde - Sonderformat 1:1

Artikelnummer: 12361
Stückpreis: 14,90 EUR
(inkl. 19,00% MwSt. und zzgl. Versandkosten)
Gewicht: 0,00 kg

Das stimmungsvolle Poster zeigt das Ulmer Rathaus zur blauen Stunde.

307 dpi für hochaufgelöste Belichtung auf Fotopapier bis 42 x 42 cm.
200 dpi für hochaufgelöste Belichtung auf Fotopapier bis 60 x 60 cm.

 

Downloadartikel: Sie erhalten den Downloadlink per E-mail nach der Bezahlung per Paypal. Der Artikel ist versandkostenfrei.

Verwendung gemäß unserer AGB für eine Ausbelichtung für private Verwendung natürlicher Personen.
Bei Fragen freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

 

Weitere Motive und Rubriken im Postershop

Weitere Motive der Rubrik Ulmer Altstadt und Fischerviertel:

Wir bieten auch malerische Motive der Rubriken

Verkaufsstellen für den Kalender

Der Kalender Fotoimpressionen Ulm 2016 kann entgegen anderslautender Meldungen bei vielen Ulmer Geschäften gekauft werden, SWP, Abt auf dem Münsterplatz, dem Tourismusbüro im Stadthaus…

Oder toll für alle Ulmer in der Ferne wohnen!!!
Der Ulm Kalender kann auch bestellt werden.

http://www.ulm-kalender.de/bestellen/kalender-2016/

Überblick über die Motive:

Ulmer Donaufest

Ulm Donaufest – Nadja Wollinsky

Ulm Hischstrasse mit Münster

Ulm Hirschstrasse Münster – Nadja Wollinsky

Kornhaus - Schwörrede

Schwörrede – Nadja Wollinsky

Idylle an der Blau im Ulmer Fischviertel

Idylle an der Blau – Peter Reiser

Nepomuckkapelle in Wiblingen

Wiblingen Nepomukkapelle – Peter Reiser

Wasserspeier am Ulmer Münster

Wasserspeier – Peter Reiser

Friedrichsau - Ulmer Volksfest

Ulmer Volksfest – Peter Reiser

Ulmer Münster - Brautportal

Ulmer Münster Brautportal – Peter Reiser

Wasserrad Ulm Clarissenhof

Wasserrad – Peter Reiser

Altstadt Ulm

Altstadt Ulm – Peter Reiser

Neue Bibliothek Ulm

Ulm neue Bibliothek – Nadja Wollinsky

Ulm im Herbst - Hotel Maritim

Ulm im Herbst – Peter Reiser

Wasserturm im Glacis

Mit 36 Metern Eigenhöhe das Wahrzeichen Neu-Ulms, der Wasserturm im Kollmannspark beim Glacis.

Wasserturm im Neu-Ulmer Glacis-Park im Herbst

Schon längere Zeit hatten sich die Stadtväter der aufstrebenden bayerischen Nachbarstadt um eine zentrale, gesicherte Versorgung der Stadtbewohner mit reinem Wasser gekümmert, damit endlich die üblichen, hauseigenen Pumpbrunnen ersetzt werden könnten. Die Suche nach ergiebigen Quellen blieb jedoch erfolglos, es musste auf das Grundwasser zurückgegriffen werden; solches fand sich in geeigneter Qualität noch innerhalb der einstigen Bundesfestungsumwallung in der südwestlichen Ecke der damaligen Stadt.

Als Fundament des hier, neben dem einzurichtenden Pumpwerk, erbauten Wasserturmes konnte das militärisch nicht mehr benötigte Kriegspulvermagazin II, 1850-1853 zur Lagerung von 1.200 Zentnern Pulver angelegt, genutzt werden. Auf diesem heute als Ausstellungsraum zur Bundesfestung dienenden Festungswerk begann im Oktober 1898 Stadtbaumeister Karl Walder den von ihm geplanten Wasserturm zu errichten. Am 1. April 1899 war der Wasserhochbehälter fertiggestellt; von ihm aus floss seit 24. Oktober 1900 durch das physikalische Prinzip der verbundenen Röhren das Wasser in die ca. 470 Neu-Ulmer Häuser, rund 8.700 Bewohner der Stadt erreichend. Der Wasserturm gehörte zu einer Reihe zeitgleicher Infrastrukturmaßnahmen des Neu-Ulmer Urbanisierungsprozesses; seit 1900 beleuchteten beispielsweise auch 15 Bogenlampen und 71 Glühlichter hell die Straßen.

Walder baute in modernster Technik sein Reservoir für 350 Kubikmeter Trinkwasser, nämlich nach dem „Intze“-Prinzip. Dieses hatte der Bauingenieur Otto Intze (1843-1904) entwickelt; hierbei wurde auf einen schlanken, Material- und Baukosten sparenden Turmschaft ein breiterer, auskragender Turmkopf gesetzt. In ihm war der Wasserbehälter aus Stahl eingebaut und mit nach oben gewölbtem Boden bei gleichzeitig abgeschrägtem unteren Rand so geformt, dass seine Last stabil auf den Turmschaftmauern aufsitzen konnte. Nach dieser revolutionären Bauweise wurden weltweit etwa 500 Wasser- und Gastürme errichtet.

Allerdings zeigt sich seit 1953 der ursprünglich nur grau bemalte Turm in freundlicherer, zu seinem neubarocken Outfit samt „wilhelminischer Pickelhaube“ als Bedachung besser passenden rosa Farbton mit weißer Hervorhebung der Bauzier. Übrigens ist der Turm im Neu-Ulmer Stadtwappen nicht unser Wasserturm; der im 1857 verliehenen Wappen stehende silberne Zinnenturm ist ein fiktiver Festungstorturm, Symbol für die Bundesfestung.

 

Ulmer Volksfest – Riesenradvoting 1+2

Der Rummel mit Riesenrad

Der Rummel mit dem Riesenrad und dessen Reflektion auf der Donau zum Ulmer Volksfest. Die Fotos sind von 2015 und eines davon soll in den Kalender 2016. Welches Bild? Hierzu würde mich über Eure Meinung freuen.Es gibt zwei Votings mit unterschiedlichen Ansichten. Die Favortiten aus den Beiden votings treten dann noch einmal gegeneinander an.

Ulmer Volksfest 2015Riesenradvoting 1

hier der Link zur ersten Bildauswahl vom Riesenrad auf dem Ulmer Volksfest. Die Ansicht wurde über den Ausee fotografiert. Bitte wählt 2 Bilder aus. Vielen Dank für eure Mithilfe.

 

Der Rummel mit dem Riesenrad auf dem Ulmer VolksfestRiesenradvoting 2

hier die zweite Bildauswahl vom Riesenrad auf dem Ulmer Volksfest. Es handels sich um den Blick über die Donau. Bitte wählt 2 Bilder aus. Vielen Dank für eure Mithilfe.

 

 

Wählen Sie Ihr Bild

Nabada

Nabada mit Blick auf Ulm, am Ulmer Volksfest, Schwörmontag

Nabada mit Blick auf Ulm, am Ulmer Volksfest, Schwörmontag

Im Nabada mit Blick auf Ulm, am Ulmer Passend zum jährlichen Schwörmontag, dem vorletzten Montag im Juli, zeigt das Kalenderbild die festfreudige Donau mit dem un(be)schreibbaren „Nabada“ als karnevalistischem Wasserfestzug. Im Vordergrund, am Neu-Ulmer Ufer,  sind „Themenschiffe“ genannte Zillengefüge mit rosenmontagszugähnlichen Aufbauten zu sehen, dahinter füllen „wilde Nabader“ die Wasserfläche. Das Getümmel wird von zahllosen Zuschauern begutachtet.

Jedoch war die Donau beim „Hinabschwimmen“, wie man „Nabada“ übersetzen müsste, nicht immer so überfüllt. Das erste offizielle Programm eines „Schwörmontags-Na-Bada“ führt nur acht Wasserfestzugsnummern auf. Demnach trieben am Schörmontag, 8. August 1927 ab 17 Uhr zuerst Mitglieder des Ruderclubs „Donau“ flussabwärts, gefolgt vom Wassergott Danubius mit Iller, Blau und Nixen. Es trat auch eine „Ulmer Hafen-Marine-Kapelle“ auf, und pantomimisch dargestellt war die „Brautwerbung auf der Donaubrücke“, wobei wohl die beiden Donaunachbarstädte wie einst die beiden Königskinder „zusammen nicht kommen“ konnten, eine humoristische Spitze gegen immer wieder auftauchende Vereinigungsbestrebungen.

Politisch schon direkter war das Nabada 1938. Kurz nach dem Anschluss Österreichs als Ostmark an Hitlers Reich nahmen auf einem Schiff bejubelte „Wiener Waschmadeln“ am Umzug teil. Kaum zu glauben, dass das Ulmer Nabada sogar einen Protest der damaligen abessinischen Gesandtschaft in Berlin hervorgerufen haben soll im Jahre 1935. Dies, weil auf der Donau in Höhe des Schwals eine „Seeschlacht“ entbrannte, bei der laut gleichgeschalteter Lokalpresse die Vertreter der „weißen Rasse“ natürlich über die „Wilden“ siegten. Unter „Wilde“ waren damals Nichtarische wie eben Abessinier, Neger und Indianer zu verstehen, in welche sich Nabader verkleidet hatten. Kurz vor dem dann tatsächlich erfolgten Einmarsch des faschistischen Italiens in Abessinien war dieser ideologische Programmpunkt des Nabada nicht nur aktuell, sondern sogar brisant!

Die als Vorläufer des Nabada zu bezeichnenden Wasserbelustigungen waren dagegen weitaus weniger politisch. Seit mindestens 1678 ist der Brauch des „Bäuerlein-Herunterfahrens“ auf der Donau überliefert, der sich im Laufe des 18. Jahrhunderts mit dem reichsstädtischen Schwörtag verband. Mit Klamauk und Gespritze fuhren hierbei die Hauptfiguren des Fischerstechens wie „Bauer und Bäure“ auf Zillen die Donau hinunter; so machten es auch vor den Sommerferien die Ulmer Lateinschüler des Gymnasiums auf dem Münsterplatz. Als statt des Steinhäules die Friedrichsau zum beliebten Erholungsort avanciert war, entstanden die von den „Au-Gesellschaften“ veranstalteten „Wasserfahrten“ donauabwärts zu den Vereinslokalen. Diese hatten zunächst aber nichts mit dem Schwörmontag zu tun, sondern wurden den ganzen Sommer über ausflugsmäßig gefeiert. Bis dann ab 1861 die „Hundskomödie“, älteste Augesellschaft und Sammelbecken Ulmer Honoratioren, ihre Fahrten mit dem Schwörmontagsbrauchtum verband. Dann organisierten spätestens ab 1911 die Schwimmer der Ulmer Turnvereine „lustige Hinunterschwimmen auf der Donau“; schließlich ging das ganze, als Nabada kreiert, in die planenden Hände des nachkriegszeitlichen städtischen Verkehrsamtes mit infrastruktureller Unterstützung des Hauptamtes der Stadt Ulm über.

Seit 1975 gibt es für den vom Publikum gekürten besten Beitrag sogar einen Wanderpokal, der inzwischen als „Kübele“ designt ist. Doch leider sieht man heutzutage vor lauter Ferieninseln, Autoreifen und Luftmatratzen kaum noch diese uranfänglichen Nabada-Fahrzeuge, in denen sich einst sogar Oberbürgermeister Dr. Lorenser auf die Donau begab – eben jene Kübele, also Waschzuber für schwäbische Sauberkeit auch beim Nabada…

 

Text: Uwe Heinloth

Ulmer Lichterserenade

Lichterserenade in der Ulmer Schwörwoche

Lichterserenade

Die Ulmer Lichterserenade auf der Donau zum Ulmer Volksfest

Stimmungsvoller Auftakt zum gefühlten Höhepunkt des Ulmer Festjahres ist alljährlich die am Samstag vor Schwörmontag (jeweils vorletzter Julimontag) nach Einbruch der Dämmerung beginnende „Lichterserenade“.

Das trotz Feuerwerks insgesamt eher stille, strömungsgemäße Hinunterschaukeln tausender roter und gelber Windlichter („Hindenburglichter“) ist ein fast schon philosophischer („panta rhei“: Alles fließt, d.h. ist stetem Wandel unterworfen und doch immer eine Einheit, was ja auch für die Formen des Schwörmontags galt und gilt) Kontrapunkt zum karnevalistischen Nabada und der feierlichen Schwörrede mit namengebendem Schwur des Oberbürgermeisters. Ein junger Brauch, aber mit vielen Vätern.

An der Wiege zur Lichterserenade standen die Ulmer Kanuten, die einst vor Schwörmontag private, mit lampiongeschmückten Kanus durchgeführte nächtliche „Flottenparaden“ auf der Donau abhielten. Hinzu kamen Mitglieder der Gesellschaft der Donaufreunde, welche andernorts eine Wasserillumination kennenlernten und diese auf die Donau übertrugen. Beides führte schließlich ausbauend zusammen der damalige Verkehrsverein. So können sich seit 1967 alljährlich bei ruhigem Wasser tausende Besucher an den Ufern und auf den mitwirkenden Ulmer Schachteln selbst versonnen dem Lichterspiel hingeben. „Panta rhei“ eben…

Die Fassaden der Gewerbebank, auch wenn sie durch spätere Umbauten einzelne Motive verloren (wie die Figur von Schulze-Delitzsch über dem ehemaligen, jetzt geschlossenen Haupteingang), gehören immer noch zum Besten des Ulmer Jugendstils. Das Erdgeschoss ruht auf hellen, wuchtigen Buckelquadern, an die Stauferzeit erinnernd; am Nebeneingang zum Olgaplatz tummelt sich ein steinerner Salamander samt Fisch als Regenrinnenkopf. Über dem Nebeneingang in der Heimstraße hält eine steinerne Nachtwächterfigur Ausschau nach Unberechtigten, die nachts über
diesen Eingang den Tresorraum der Bank hätten erreichen können. Der abgebildete halbrunde Turm an der Südwesthausecke prunkt mit romanisierenden Würfelkapitellen, darüber erhebt sich ein barocker Wellrandgiebel zur Frauenstraße, auf dem (ähnlich dem Ulmer Kornhaus) Zierkugeln sitzen. Das ganze Haus wird gekrönt von einem kupfernen Dachturm, ebenfalls barock anmutend. Kunststeinelemente gliedern lebhaft die in Rauputz gefassten Fassaden. An diesem Gebäude ist die Symbiose verschiedener Architekturstile und die Kooperation diverser Handwerkstechniken (Steinmetz- und Kupferarbeiten, Schreiner- und Eisenschmiedewerke) ideal verwirklicht.

Text: Uwe Heinloth

Donau, Adlerbastei

Adlerbastion und Donau in Ulm

Adlerbastion und Donau in Ulm

Wie ein roter Keil schiebt sich von rechts eine Befestigungsmauer in die Donau, durch den Turm der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche überragt. Diese Befestigungsanlage wird in Ulm zwar umgangssprachlich nach einem mit Ende der Reichsstadt abgeschlagenen Reichsadlersteinrelief, das in sanierten Resten noch immer die Mauerspitze schmückt, „Adlerbastei“ genannt; jedoch handelt es sich beim abgebildeten Werk in festungstechnisch korrekter Bezeichnung aber um eine mehreckige Bastion (im Gegensatz zur „runden“ Bastei). Gegenüber der Bastionsspitze erkennt man, von Bäumen umrahmt, auf dem flussabwärts gelegenen Ende des „Schwals“, der Neu-Ulmer Donauinsel, das helle Gefallenenehrenmal von Edwin Scharff aus dem Jahre 1932. Von dieser Inselspitze legten über Jahrhunderte die „Ulmer Schachteln“ ab, Güter, Reisende und Auswanderer (Donauschwaben) flussabwärts transportierend. Jedoch bietet die abgebildete Stelle an der Donau noch mehr „Denkmal-Würdiges“.

Scheiterte doch an der Adlerbastion eine flugtechnische Pioniertat, als Albrecht Ludwig Berblinger, der einst verlachte, inzwischen längst als Gleitflieger rehabilitierte „Schneider von Ulm“, am 31. Mai 1811 von der Bastionsspitze aus in die Donau stürzte. Zwar hatte er sein von ihm entwickeltes Fluggerät erfolgreich am Abhang wohl des Michelsberges getestet; über der Donau traf er jedoch eine ganz andere, von ihm nicht berechenbare Thermik an. Statt warmer Aufwinde, die ihn an das bayerische Donauufer hinüber tragen sollten, herrschten hier kalte Fallwinde und mauerbedingte Turbulenzen, die ihn mit seinem halbstarren Hängegleiter in die Donau hinunter drückten. Es folgte nach dem fliegerischen noch der soziale Absturz.

Doch schon zweihundert Jahre zuvor ereignete sich hier ein Absturz, genauer ein Einsturz. Der reichsstädtische Rat hatte beschlossen, Ulm nach der verbesserten italienischen Bastionärbefestigungsweise neu zu bewehren; diese den Geschützen angepasste Festungsmanier sah fünfeckig konzipierte Werke mit über die Längsmauern hinausragenden Seiten und Spitzen vor – die Bastionen. Es waren gewaltige Erdaufschüttungen, mit schräg anlaufendem Mauerwerk zur Feindseite hin gesichert.

Die Wahl des neuen Festungsbaumeisters fiel dann 1604 auf den Ulmer Baumeister Gideon Bacher (1565-1619), der aus den Diensten des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach zurück nach Ulm berufen wurde. Nach einer „Weiterbildungsreise“ durch moderne europäische Festungsanlagen begann Bacher 1605 mit dem Bau seiner ersten Ulmer Bastion, der Adler-oder Spitalbastion, an der damals schwächsten Stelle der Stadtbefestigung, beim Heiliggeistspital direkt an der Donau. Schon kurz nach deren Vollendung 1608 stürzte diese jedoch, ganz ohne Feindeinwirkung, zusammen. Bei folgenden Reparaturen ergaben sich zusätzlich Differenzen mit dem Bauherrn; vom Stadtrat wurde Bacher schließlich 1615 als Festungsbaumeister endgültig entlassen.

Heute kann man auf der Adlerbastion aber, ungerührt von solchen historischen Ab-und Einstürzen, sicher lustwandeln…

Text: Uwe Heinloth.

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Jugendstilfassade am Olgaplatz

Ein schönes, wenigstens in den Fassaden gut erhaltenes Ulmer Jugendstilgebäude zeigt der Monat April. Das Haus steht am Olgaplatz mit Fassaden auch zur Frauen- und Heimstraße; eröffnet wurde der Bau am 3. September 1905 als neue Ulmer Gewerbebank, welche dieses Jahr 150 Jahre alt wird (heute Volksbank Ulm-Biberach).

Das am 5. September 1863 durch siebzig Ulmer Bürger nach den genossenschaftlichen Prinzipien von Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) gegründete Kreditinstitut, Zeichen des gewerblich-industriellen Aufschwunges der damaligen Stadt durch Betriebe wie Magirus, Eberhardt, Mayser oder den Eisenbahnausbau, erwarb 1903 einen Bauplatz an der „verlängerten Frauenstraße“, direkt neben der dort 1901 eröffneten Reichsbank. Veranlasst zum Neubau wurde die Gewerbebank durch florierende Einlagen mit wachsenden Effekten- und Depositengeschäften. Kurz darauf folgte eine Grundstückserweiterung nach Süden zur Heimstraße, was den Ulmern eine technische Sensation bescherte: es wurde nämlich die darauf stehende Jacksche Villa als gesamtes Gebäude 50 Meter und fassadengedreht auf ihren neuen Standort in der Heimstraße verschoben.

Danach konnte endlich der repräsentative Bankneubau in Auftrag gegeben werden. Die hierfür ausgewählte „Architecten-Societät“ war das Stuttgarter Büro von Carl Weigle (1849-1932) und Ludwig Eisenlohr senior (1851-1931). Beide Architekten hatten hervorragende Referenzen vorzuweisen; später durfte das Büro Weigle (mit Partner Oscar Pfennig, 1880-1963) noch das neue Kaufhaus „Müller & Compagnie“ (heute Wöhrl-Plaza) in der Hirschstraße errichten und am Bau der „Neuen Donaubrücke“ (an der Stelle der jetzigen nachkriegszeitlichen Gänstorbrücke)
mitwirken. Weigle war berühmt geworden durch seinen Bau des heutigen Schiller-Nationalmuseums in Marbach am Neckar (1901-1903), Eisenlohr durch seine Entwürfe für den Berliner Reichstag oder das Leipziger Reichsgericht; sie entwarfen für die Ulmer Gewerbebank ein vornehmes Haus mit modernster Technik (Dampfheizung) in Jugendstilformen, die zeitüblich mit barocken und vor allem romanischen Motiven spielen.

Die Fassaden der Gewerbebank, auch wenn sie durch spätere Umbauten einzelne Motive verloren (wie die Figur von Schulze-Delitzsch über dem ehemaligen, jetzt geschlossenen Haupteingang), gehören immer noch zum Besten des Ulmer Jugendstils. Das Erdgeschoss ruht auf hellen, wuchtigen Buckelquadern, an die Stauferzeit erinnernd; am Nebeneingang zum Olgaplatz tummelt sich ein steinerner Salamander samt Fisch als Regenrinnenkopf. Über dem Nebeneingang in der Heimstraße hält eine steinerne Nachtwächterfigur Ausschau nach Unberechtigten, die nachts über
diesen Eingang den Tresorraum der Bank hätten erreichen können. Der abgebildete halbrunde Turm an der Südwesthausecke prunkt mit romanisierenden Würfelkapitellen, darüber erhebt sich ein barocker Wellrandgiebel zur Frauenstraße, auf dem (ähnlich dem Ulmer Kornhaus) Zierkugeln sitzen. Das ganze Haus wird gekrönt von einem kupfernen Dachturm, ebenfalls barock anmutend. Kunststeinelemente gliedern lebhaft die in Rauputz gefassten Fassaden. An diesem Gebäude ist die Symbiose verschiedener Architekturstile und die Kooperation diverser Handwerkstechniken (Steinmetz- und Kupferarbeiten, Schreiner- und Eisenschmiedewerke) ideal verwirklicht.

Text: Uwe Heinloth